Aktien kaufen und verkaufen

Über Kosten und Steuern

Beim Kauf und Verkauf von Aktien entstehen natürlich nicht nur Gewinne, sondern auch Kosten. Fällig werden rund ein Prozent Provision für die Bank (bei unterschiedlichen Mindestgebühren) zuzüglich einer Maklercourtage von 0,04 Prozent bei DAX-Aktien bzw. 0,08 Prozent bei anderen Werten (mindestens 0,75 Euro). Bei Discount-Brokern zahlt der Anleger geringere Gebühren, kann dafür aber auch keine Anlageberatung in Anspruch nehmen. Aber auch der Fiskus beansprucht seinen Teil: Die von der Aktiengesellschaft an die Aktionäre auszuschüttende Dividende unterliegt zunächst der Körperschaftsteuer von 25 Prozent. Von der Bardividende wiederum wird eine Quellensteuer von 20 Prozent, die so genannte Kapitalertragsteuer, und gegebenenfalls auch der Solidaritätszuschlag abgezogen. Das Kreditinstitut, das die Aktien verwahrt, stellt dem Aktionär eine Bescheinigung über die einbehaltenen Steuern aus.

Bei der jährlichen Einkommensteuererklärung gibt der Aktionär seine Dividendenerträge an, die er zur Hälfte versteuern muss (Halbeinkünfteverfahren). Dabei kann er sich die bereits gezahlte Kapitalertragsteuer anrechnen lassen. Kapitalerträge, die den Freibetrag von 1.370 Euro (bzw. 2.740 Euro bei Verheirateten) und die Werbungskostenpauschale von 51 Euro (bzw. 102 Euro) nicht übersteigen, sind nicht einkommensteuerpflichtig. Eventuell zu viel gezahlte Steuern werden dem Anleger bei Abgabe einer entsprechenden Steuererklärung zurückerstattet. Hat der Anleger seinem Kreditinstitut einen Freistellungsauftrag erteilt, so wird ihm für Kapitalerträge bis zur Höhe des Sparerfreibetrages die Kapitalertragsteuer zusammen mit der Dividende ausgezahlt.

Er kann dann die Kapitalerträge früher wieder anlegen, ohne auf die Steuerrückzahlung warten zu müssen. Kursgewinne sind nur dann steuerpflichtig, wenn sie innerhalb der so genannten Spekulationsfrist von zwölf Monaten realisiert werden und die Summe aller Spekulationsgewinne und -verluste im Veranlagungszeitraum die Freigrenze von 512 Euro erreicht (§ 23 EStG). Da auch hier das Halbeinkünfteverfahren gilt, bleiben Spekulationsgewinne faktisch bis zum doppelten Betrag steuerfrei. Spekulationsgewinne und -verluste dürfen nur untereinander, nicht aber mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Es ist jedoch ein einjähriger Verlustrücktrag sowie ein Verlustvortrag in die Zukunft möglich.

Eine Verschlechterung für den Steuerzahler gibt es seit 2006 im Bereich der Versicherungen. Zinsen und Überschussbeteiligungen bei Kapitallebensversicherungen müssen zur Hälfte versteuert werden. Dies gilt ebenfalls bei Neuverträgen einer privaten Rentenversicherung mit einem Kapitalwahlrecht. Dennoch kann die private Zusatzversicherung durch die stärkere Regulierung Leistungslücken schließen, die andernfalls zum Risiko werden können.