Aktien

Aktien oder Aktienfonds?

Haben Sie sich einmal entschieden, in Aktien anzulegen, stellt sich natürlich die Frage, welche Anlagemöglichkeiten für Sie am besten geeignet sind. Die wichtigste Regel für die Aktienanlage lautet: streuen, streuen und nochmals streuen. Gerade bei kleineren Anlagebeträgen ist es schwierig und teuer, sie auf eine ausreichende Zahl verschiedener Aktien zu verteilen. Hier bietet sich die Anlage in einen Aktienfonds als Lösung an. Darüber hinaus können Anleger eine steigende Anzahl von Produkten nutzen, die Aktienkurse als Grundlage ihres eigenen Wertes haben, z.B. Optionen und Zertifikate.

Die Direktanlage in Aktien

Um einen ausreichenden Streuungseffekt zu erreichen, sollte der Anleger zumindest nach einer gewissen Zeit mindestens fünf, besser aber acht bis zehn Aktien verschiedener Branchen in seinem Depot haben. Beim Erwerb und beim Verkauf dieser Aktien fallen die bereits erwähnten Gebühren an, die in der Regel etwas über ein Prozent des Kurswertes der Aktien ausmachen, mindestens aber zwischen zehn und dreißig Euro je Kauf bzw. Verkauf. Der Mindestbetrag für einen Aktienkauf sollte deshalb stets beim Hundertfachen dieser Mindestgebühr liegen: Kauft ein Anleger bei 20 Euro Mindestgebühr für 2.000 Euro oder mehr Aktien, so machen die Gebühren genau ein Prozent aus. Kauft er aber nur für 1.000 Euro Aktien, so beträgt die Gebühr mit 20 Euro schon zwei Prozent, bei 500 Euro Kurswert sogar vier Prozent. Sehr kleine Anlagebeträge kommen den Anleger also teurer zu stehen als größere. Will der Aktionär zehn verschiedene Werte in sein Depot aufnehmen, so sollte sein Anlagevolumen zehnmal das Hundertfache der Mindestgebühr betragen, in unserem Beispiel also 20.000 Euro. Außerdem sollten noch Ersparnisse für die Anlage in andere Sparformen übrigbleiben, damit bei plötzlichem Geldbedarf nicht unbedingt Aktien verkauft werden müssen, wenn die Kurse vielleicht gerade schlecht stehen.

Es ist bei einer langfristig orientierten Aktienanlage nicht schlimm, wenn die angestrebte Zahl verschiedener Aktien erst nach einigen Jahren erreicht wird; aber dieses Ziel sollte nicht aus den Augen gelassen werden. Wer auch langfristig nur einen geringeren Betrag in Aktien anlegen kann oder will, sollte über das Investment in einen Aktienfonds nachdenken. Hier werden die Ersparnisse vieler Fondsanleger zusammengefasst und nach professionellen Kriterien in Aktien investiert. Der Aktionär hat Mitwirkungsrechte bei der Aktiengesellschaft: Er wird zur Hauptversammlung eingeladen und hat´dort Fragerechte und Stimmrechte. Die Rechte aus den Aktien im Aktienfonds werden dagegen von der Investmentgesellschaft im eigenen Namen, aber im Interesse ihrer Anleger wahrgenommen. Der Fondsanleger hat also keine unmittelbaren Mitwirkungsmöglichkeiten. Wer persönlich mitreden will, sollte direkt Aktien kaufen.

Investmentfonds – Kleiner Einsatz – Breite Streuung

Das so genannte Investmentsparen bietet die Möglichkeit, schon mit kleinen Beträgen die Vorteile der Wertpapieranlage zu nutzen. Durch den Kauf von Investmentanteilen erwirbt man einen Anteil an Wertpapieren, die zu diesem Fondsvermögen gehören. Erfahrene Fachleute stellen das Fondsvermögen zusammen und schichten es je nach Marktentwicklung um, damit immer eine vernünftige Mischung und ein angemessenes Kurssteigerungspotential des Portefeuilles gewährleistet ist. Die Kosten der Fondsverwaltung werden durch die Differenz zwischen Ausgabe und Rücknahmepreis (Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent) sowie eine laufende Verwaltungsgebühr gedeckt.

Nahezu alle Kapitalanlagegesellschaften bieten Anlagepläne (Fondssparpläne) an. Dabei zahlt der Sparer regelmäßig, meist einmal im Monat, einen bestimmten Betrag (z.B. 100 Euro) in den Anlageplan ein. Die Einzahlungen werden zum geltenden Tageskurs in Investmentanteile umgewandelt. Da der Anleger immer denselben Betrag anlegt, erwirbt er bei hohen Kursen weniger, bei niedrigen Kursen mehr Anteile. Dadurch erzielt er auf längere Sicht einen günstigen durchschnittlichen Einstandspreis. Bei Anlageplänen werden die laufenden Ausschüttungen den Sparleistungen zugeschlagen und erhöhen so das Investmentvermögen des Sparers. Anlagepläne eignen sich vor allem für langfristiges Sparen und auch für eine Anlage nach dem Vermögensbildungsgesetz (vermögenswirksame Leistungen), wenn mehr als 70 Prozent des Fondsvermögen in Aktien angelegt sind. Die meisten Fonds schütten einmal im Jahr den anteiligen Ertrag an den Investmentsparer aus (ausschüttende Fonds), während die thesaurierenden Fonds ihre Erträge direkt im Fondsvermögen wieder anlegen. Der Wert eines Investmentanteils wird täglich aufgrund der Börsenkurse errechnet und im Kursteil der Zeitungen veröffentlicht. Die Zertifikate können jederzeit zum Tagespreis (Rücknahmepreis) an die Investmentgesellschaften zurückgegeben (also verkauft) werden. Dem Anleger wird eine breite Palette von Fonds angeboten, die sich nach Anlageschwerpunkt unterscheiden:
  • Aktienfonds halten Aktien von ausgewählten Unternehmen verschiedenster Branchen.
  • Rentenfonds legen in festverzinsliche Wertpapiere (Renten) an.
  • Gemischte Fonds bestehen aus Aktien und Renten.
  • Geldmarktfonds investieren in kurzlaufende Geldmarktpapiere.
  • Immobilienfonds legen in gewerblich oder privat genutzte Immobilien an.
  • AS-Fonds sind Kombinationen aus Aktien- und Immobilienfonds speziell zum Aufbau einer ergänzenden privaten Altersvorsorge.
  • Dachfonds sind Fonds, die im Rahmen bestimmter Vorgaben in andere Fonds investieren.
  • Exchange Traded Funds (XTF) sind spezielle Investmentfonds, deren Anteile – anders als „normale“ Fonds – an der Börse gehandelt werden.
Die Anlagepolitik der meisten Fonds verfolgt das Ziel, die höchstmögliche Sicherheit mit guten Wertsteigerungen zu verbinden. Daneben gibt es aber auch Fonds, deren Anlagepolitik eher spekulativ ausgerichtet ist. Sie versuchen, in kurzer Zeit einen möglichst hohen Wertzuwachs zu erreichen, nehmen dafür aber auch wesentlich größere Risiken in Kauf. So dürfen in Deutschland neuerdings auch Hedge-Fonds angeboten werden. Sie unterliegen praktisch keinen Anlagebeschränkungen. Der Interessent sollte sich jedoch genau informieren, welche Strategie ein ins Auge gefasster Hedge-Fonds speziell verfolgt, um Chancen und Risiken bewerten zu können. Die deutschen Investmentfonds unterliegen dem strengen Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften. Es soll dem Sparer ein hohes Maß an Solidität und Seriosität garantieren. Achten Sie also beim Kauf von Investmentzertifikaten darauf, ob der Fonds amtlich registriert ist. Das ist bei den von Kreditinstituten angebotenen Fonds immer der Fall.