Das so genannte Investmentsparen bietet die Möglichkeit, schon mit kleinen Beträgen die Vorteile der Wertpapieranlage zu nutzen. Durch den Kauf von Investmentanteilen erwirbt man einen Anteil an Wertpapieren, die zu diesem Fondsvermögen gehören. Erfahrene Fachleute stellen das Fondsvermögen zusammen und schichten es je nach Marktentwicklung um, damit immer eine vernünftige Mischung und ein angemessenes Kurssteigerungspotential des Portefeuilles gewährleistet ist. Die Kosten der Fondsverwaltung werden durch die Differenz zwischen Ausgabe und Rücknahmepreis (Ausgabeaufschlag von bis zu fünf Prozent) sowie eine laufende Verwaltungsgebühr gedeckt.
Nahezu alle Kapitalanlagegesellschaften bieten Anlagepläne (Fondssparpläne) an. Dabei zahlt der Sparer regelmäßig, meist einmal im Monat, einen bestimmten Betrag (z.B. 100 Euro) in den Anlageplan ein. Die Einzahlungen werden zum geltenden Tageskurs in Investmentanteile umgewandelt. Da der Anleger immer denselben Betrag anlegt, erwirbt er bei hohen Kursen weniger, bei niedrigen Kursen mehr Anteile. Dadurch erzielt er auf längere Sicht einen günstigen durchschnittlichen Einstandspreis. Bei Anlageplänen werden die laufenden Ausschüttungen den Sparleistungen zugeschlagen und erhöhen so das Investmentvermögen des Sparers. Anlagepläne eignen sich vor allem für langfristiges Sparen und auch für eine Anlage nach dem Vermögensbildungsgesetz (vermögenswirksame Leistungen), wenn mehr als 70 Prozent des Fondsvermögen in Aktien angelegt sind. Die meisten Fonds schütten einmal im Jahr den anteiligen Ertrag an den Investmentsparer aus (ausschüttende Fonds), während die thesaurierenden Fonds ihre Erträge direkt im Fondsvermögen wieder anlegen. Der Wert eines Investmentanteils wird täglich aufgrund der Börsenkurse errechnet und im Kursteil der Zeitungen veröffentlicht. Die Zertifikate können jederzeit zum Tagespreis (Rücknahmepreis) an die Investmentgesellschaften zurückgegeben (also verkauft) werden. Dem Anleger wird eine breite Palette von Fonds angeboten, die sich nach Anlageschwerpunkt unterscheiden:
- Aktienfonds halten Aktien von ausgewählten Unternehmen verschiedenster Branchen.
- Rentenfonds legen in festverzinsliche Wertpapiere (Renten) an.
- Gemischte Fonds bestehen aus Aktien und Renten.
- Geldmarktfonds investieren in kurzlaufende Geldmarktpapiere.
- Immobilienfonds legen in gewerblich oder privat genutzte Immobilien an.
- AS-Fonds sind Kombinationen aus Aktien- und Immobilienfonds speziell zum Aufbau einer ergänzenden privaten Altersvorsorge.
- Dachfonds sind Fonds, die im Rahmen bestimmter Vorgaben in andere Fonds investieren.
- Exchange Traded Funds (XTF) sind spezielle Investmentfonds, deren Anteile – anders als „normale“ Fonds – an der Börse gehandelt werden.
Die Anlagepolitik der meisten Fonds verfolgt das Ziel, die höchstmögliche Sicherheit mit guten Wertsteigerungen zu verbinden. Daneben gibt es aber auch Fonds, deren Anlagepolitik eher spekulativ ausgerichtet ist. Sie versuchen, in kurzer Zeit einen möglichst hohen Wertzuwachs zu erreichen, nehmen dafür aber auch wesentlich größere Risiken in Kauf. So dürfen in Deutschland neuerdings auch Hedge-Fonds angeboten werden. Sie unterliegen praktisch keinen Anlagebeschränkungen. Der Interessent sollte sich jedoch genau informieren, welche Strategie ein ins Auge gefasster Hedge-Fonds speziell verfolgt, um Chancen und Risiken bewerten zu können. Die deutschen Investmentfonds unterliegen dem strengen Gesetz über Kapitalanlagegesellschaften. Es soll dem Sparer ein hohes Maß an Solidität und Seriosität garantieren. Achten Sie also beim Kauf von Investmentzertifikaten darauf, ob der Fonds amtlich registriert ist. Das ist bei den von Kreditinstituten angebotenen Fonds immer der Fall.